«

Okt 30

2018 – A Space Conference

(Bericht von Gerhard Boller)

„Leadership“ und „Resource Management“ in Extremsituationen am Beispiel von Apollo 13. So lautete der Titel einer „Weltraumkonferenz“, die am 12. Oktober 2018 im Konferenzzentrum des Verkehrshauses in Luzern stattgefunden hat. Organisiert wurde die Konferenz im Rahmen der SRV-Space Days 2018 von einem Organisations-Komitee bestehend aus 4 Personen:

 

> Ressort Projektleitung: Hermann Dür (Vizepräsident SRV bis 13.10.18)
> Ressort Organisation und Infrastruktur: Adriano Miceli (Stv. Geschäftsführer AdKura, Burgdorf, der „Geschäftsstelle“ unserer SRV)
> Ressort Astronautenkontakte: Philip Bärtschi (Anwalt Luzern und SRV-Mitglied)
> Ressort Konferenzthema: Gerhard Boller (Rentner, Webmaster SRV-Vorstand bis 13.10.18)

 

Hermann Dür Adriano Miceli Philip Bärtschi Gerhard Boller
Der Flyer, den das OK mit dem Konferenzprogramm veröffentlichte, enthielt neben dem Titel einige Elemente, die zum Konferenzthema passen. In seiner Medieninformation beschrieb der Projektleiter:

„Wir sehen einige Bilder der Apollo 13 Mission – neben dem offiziellen „mission emblem“ ein explodiertes Modul und ein Team unter starker Führung. Hintergrund ist die wohl berühmteste Aufnahme des Hubble-Teleskopes: Das ‚Hubble Deep-Field-Bild‘. Galaxien in über 10 Milliarden Lichtjahren Entfernung, aufgenommen in einem kleinen Fleck am Himmel, wo zuvor absolut keine Objekte erkennbar waren.

Dieses Hintergrundbild ist kein Zufall. Die Hubble Mission war die wissenschaftlich erfolgreichste Mission der NASA. Sie führte zu jährlich 1000 wissenschaftlichen Publikationen und zu zwei Nobelpreisen.

Doch wie Apollo 13 begann sie mit einem Misserfolg. Nach dem Start zeigte sich, dass der Spiegel falsch geschliffen war. Die Bilder waren unbrauchbar. Doch statt zu kapitulieren, suchte die NASA-Führung unter Extrembedingungen (das Teleskop war ja 600 km über der Erde und scheinbar unwiderruflich verloren) nach Lösungen – und fand sie, indem eine Gruppe Astronauten, unter Ihnen Claude Nicollier – Ehrenpräsident der Schweizerischen Raumfahrt-Vereinigung und einer der heutigen Referenten – zum Teleskop hochflogen und es reparierten. Es kam zum wohl grössten Triumph in der Raumfahrt im Bereich Zusammenarbeit zwischen menschlichen und technischen Ressourcen.“

In einem Grundsatzdokument (Aufträge) wurde dann festgehalten:

„… da die SRV daran interessiert ist, selbst einen grösseren Anlass durchzuführen, bei dem es allenfalls um eine Vertiefung eines in der Weltraumfahrt wichtigen Themas geht, beispielsweise eben “CRM” (crew resource management), oder etwas allgemeiner ausgedrückt: RM (resource management), also den Umgang mit allen zur Verfügung stehenden Ressourcen (menschlich, technisch, astrophysikalisch und allenfalls Umweltfaktoren) zwecks Erreichen eines besonderen Ziels. Dies kann am Beispiel Apollo 13 sehr gut dargestellt werden, da nur dank konsequenter Anwendung einiger wichtiger RM-Prinzipien eine Rettung der Crew ermöglicht wurde. Schlagworte hier sind “TRUST”, “TEAMWORK”, “LEADERSHIP” (nach Gene Kranz, Flight Director und Chef des “Tiger Teams” bei Apollo 13), also VERTRAUEN, ZUSAMMENARBEIT UND FÜHRUNG(SQUALITÄTEN). Dazu gehören Basiswissen über die menschliche Kommunikation und das Management von technischen Ressourcen unter Einbezug der Umweltbedingungen und von physikalisch/chemischen Gegebenheiten im jeweiligen Umfeld.

Solches Wissen und Beispiele der praktischen Anwendung sind nicht nur für Luft- und Raumfahrtspezialisten (v.a. der entsprechenden Operationen), sondern auch für eine Allgemeinheit, vor allem aber für Führungskräfte aus allen Bereichen von Interesse.“

Ausserdem wurden die Projektphasen folgendermassen definiert:

> Phase 1: Vorabklärungen (mit “Killerkriterien”)
> Phase 2: Verpflichtungen (Verträge ausarbeiten und unterzeichnen)
> Phase 3: Detailvorbereitungen (Organisation, Security, Referate, Werbung, Tickets, etc.)
> Phase 4: Umsetzung (gemäss „Ablaufplan“)

In verschiedenen Sitzungen (auch SRV-Präsident Jörg Sekler nahm an einigen teil) fanden die Vorbereitungen und die Rekognoszierung der Lokalität (VHS Konferenzzentrum) nun statt und die Ressort-Leiter hatten zeitweise wirklich alle Hände voll zu tun!

Schliesslich konnte folgendes Programm für unsere Konferenz bestätigt werden (alle Referentinnen und Referenten haben zugesagt!):

Unsere Sponsoren sicherten schliesslich auch den finanziellen Hintergrund, ohne den die Konferenz nicht hätte stattfinden können, grosses Dankeschön!

Der Höhepunkt der Veranstaltung war natürlich die Anwesenheit von gleich zwei Astronauten, die jeweils jeder mit einem Referat und schliesslich anlässlich eines Podiumsgesprächs viele höchstinteressante Geschichten erzählten:

Bereits am Mittwoch, dem 10. Oktober, reisten Fred Wallace Haise und seine Enkelin Dakota Woodall von Houston nach Luzern, wo sie ihr Hotel bezogen und nach kurzer Erholung bereits am nächsten Tag ein erstes „Programm“ absolvieren mussten:

Radio Interview
(SRF1, Mike La Marr)
TV-10vor10 Interview
(SRF, Fritz Muri)
Handabdruck VHS (Daniel Geissmann)

Und dann kam endlich der grosse Tag der Konferenz. Ab 09:00 Uhr gab es für Besucher des Teils 1 (Fachreferate) Kaffee und Gipfeli im Foyer des Konferenzzentrums. Dort gab es viele interessante Dinge zu sehen (Fotos dazu findet man in der entsprechenden Foto-Galerie):

  • Ruedi Mohr (SRV-Mitglied) stellte viele seiner Modelle zum Thema Apollo aus.
  • LAT (Lufthansa Aviation Training) und SWISS betrieben einen PC-basierten B777-Simulator, mit dem man „Flugversuche“ unternehmen durfte.
  • Die Stiftung „Kinderhilfe des SWISSAIR-Personals“ zeigte an einem Stand ihre Aktivitäten und nahm dankbar Spenden entgegen.
  • Am SRV-Empfang konnte man Tickets gegen „Bändeli“ eintauschen. Adriano Miceli und Rita Dür betrieben diesen wichtigen Posten und konnten mancherlei Auskunft geben.

Um genau 10:00h begann die Konferenz. Hermann Dür hiess die Anwesenden willkommen und gab das Wort an Herrn Vizedirektor Daniel Schlup (Verkehrshaus), der wiederum die SRV begrüsste. Er zeigte uns, dass das Konferenzthema durchaus auch schon beim Verkehrshaus selbst eine wichtige Rolle spielte (bspw. beim „Hiflyer“-Unfall) und wünschte dem Publikum schliesslich eine spannende Konferenz.

Dies hatten wir dann auch, eine sehr spannende Konferenz, facettenreich, mit hervorragenden Referaten zum Konferenzthema. Wer mehr darüber erfahren möchte, dem sei der (mit einigen Fotos angereicherte) Artikel von Max Ungricht zum Lesen empfohlen, hier ist der Link zum Artikel:

2018 Space Conference Bericht

Eine gut besuchte Medienkonferenz fand parallel zu einigen Referaten ebenfalls am 12. Oktober, am Nachmittag, statt.

So berichteten neben Radio SRF1 und dem Schweizer Fernsehen auch einige Printmedien von unserem Anlass. Hier sind die Links zu einigen dieser Berichte:

Viele „Feedbacks“ haben uns gezeigt, dass die Konferenz unsere Ziele erreicht hat und die Besucher einen interessanten und auch lehrreichen Tag haben verbringen können.

Im zweiten, öffentlichen Teil gaben uns LAT (Lufthansa Aviation Training) und SWISS International Airlines einen tiefen Einblick in Anwendungen der Theorie und Claude Nicollier faszinierte uns einmal mehr mit seinen kompetenten Erzählungen und Erklärungen über das Shuttle Programm und seine persönlichen Erfahrungen.

Am Abend moderierte dann Michael Weinmann vom Schweizer Fernsehen souverän den dritten Teil, auch ihm – und natürlich den prominenten Referenten – gebührt unser Dank.

Mehr Informationen über den Anlass finden Sie, wie oben schon erwähnt im Artikel von Max Ungricht.

Allen Beteiligten, Helfern, Sponsoren, Referentinnen und Referenten und Unterstützern, viele davon „unsichtbar“ im Hintergrund tätig, unserem Gastgeber „Verkehrshaus Schweiz“, den Medien und natürlich vor allem den vielen interessierten Besucherinnen und Besuchern danken wir ganz herzlich für den tollen und gelungenen Anlass!