Space Shuttle Mission
STS-98
Am Abend des 7. Februar startete
die Atlantis, um der Internationalen Raumstation ISS das neue Labormodul
Destiny zu bringen. An Bord waren Commander Ken Cockrell, Pilot Mark
Polansky und die Missionsspezialisten Bob Curbeam, Marsha Ivins und Tom
Jones.
Nach einem problemlosen
Dockingmanöver am 9. Februar folgte am 10. der erste volle Arbeitstag. Er
begann damit, dass die Atlantis mit der ISS auf eine etwas korrigierte
Umlaufbahn gebracht wurde, um einem frei fliegenden russischen
Trümmerstück aus dem Weg zu gehen. Später dann entfernte Marsha Ivins
mit dem Manipulatorarm ein Verbindungsstück an der ISS, um Platz für
Destiny zu schaffen. Danach stiegen Bob Curbeam und Tom Jones aus und
hievten mit Marsha Ivins' Hilfe das 16 Tonnen schwere Labormodul an seinen
Platz. Mit zusätzlichen 3'800 Kubikfuss Grösse vergrösserte sich die
Station hiermit auf einen Innenraum von 13'000 Kubikfuss, was grösser ist
als jede andere Raumstation in der Geschichte, einschliesslich Mir und
Skylab aus den Siebziger Jahren.
Beim Anschliessen eines
Kühlschlauchs trat Ammoniak aus einem kleinen Leck aus, was sofort wieder
gestoppt werden konnte. Bob Curbeam musste aber eine halbe Stunde lang in
der Sonne bleiben, während Tom Jones ihm den Anzug abbürstete. Durch die
abschliessende Dekontaminationsprozedur verlängerte sich der
Weltraumspaziergang um eine Stunde. Gegen Abend dann wurden die Systeme
von Destiny durch Ken Cockrell und ISS-Kommandant Bill Shepherd per Laptop
hochgefahren.
Am 12. Februar erfolgte ein
zweiter Ausstieg von Curbeam und Jones, bei dem das Verbindungsstück, das
zuvor entfernt worden war, nun neu an Destiny befestigt wurde, wo nun als
Hauptandockstück für alle zukünftigen Shuttleflüge zur ISS dienen
wird. Danach setzten die Weltraumspaziergänger ihre Anschlussarbeiten an
Destiny zur ISS fort und waren in der Lage, Arbeiten zu erledigen, die
eigentlich erst für einen dritten Ausstieg vorgesehen waren.
Am Morgend des 13. Februars
aktivierten die ISS-Flugcontroller zum ersten Mal die Kontrollsysteme von
Destiny. Es war das erste Mal, dass amerikanische Computer die
Fluglagekontrolle der ISS von den russischen Modulen übernahmen. Die
Funktionstests sollten den Rest der Woche dauern, während denen die
Kontrolle immer wieder zwischen Destiny und den russischen Modulen hin-
und hergeschaltet werden sollten. Dabei zeigte es sich, dass die
Stabilisationskreisel im Z1-Modul perfekt funktionierten und in der Lage
waren, die ISS genau in Position zu halten.
Am 14. Februar fand der dritte
Ausstieg von Curbeam und Jones statt. Es war der 100. Ausstieg in der
Geschichte der amerikanischen Raumfahrt, und Jones trug eine
Erinnerungs-Plakette zu Ehren. In den nächsten fünfeinhalb Stunden
schlossen sie eine Ersatzantenne an, überprüften die Verbindungen
zwischen Destiny und ihrem Anschlussstück, entfernten einen Kühlradiator
von der Station, inspizierten die Verbindungen zu den Solarzellen und
testeten die Möglichkeit, einen bewegungsunfähigen Raumspaziergänger
zurück zur Luftschleuse zu bringen. Drei Stunden später wurde die
Schleuse zwischen Atlantis und der ISS geöffnet.
Am 15. Februar arbeiteten die
Besatzungen der Atlantis und der ISS den ganzen Tag zusammen, um
eineinhalb Tonnen Fracht umzuladen. Wasser, Nahrung, Ersatzteile, ein
russisches Ersatzluftreinigungssystem, ein Ersatzcomputer, Kleidung, Filme
und andere Dinge. Rund vierhundert Kilo Abfall wurden auf die Atlantis
verfrachtet. Verbrauchte Batterien, nicht mehr benötigte
Verpackungsmaterialien, leere Nahrungsbehälter und so weiter. Ausserdem
wurde die Umlaufbahn durch die Atlantis ein weiteres Mal erhöht.
Am 16. Februar verabschiedeten
sich die Besatzungen voneinander, dann dockte die Atlantis wieder ab und
flog wie üblich zur Hälfte einmal um die ISS herum, bevor sie sich
weiter entfernte. Die Besatzung begann mit dem Verstauen von Materialien
und sprach mit Reportern auf der Erde, gefolgt von etwas Freizeit.
Der 17. Februar verging mit
ausgedehnten Vorbereitungsarbeiten für die Landung. Wegen schlechten
Wetters in Florida musste die geplante Landung vom 18. auf den 19. Februar
verschoben werden. Am 19. waren aber die Winde immer noch so stark, dass
eine weitere Verschiebung auf den 20. beschlossen wurde. Die konnte dann
schliesslich ohne Schwierigkeiten durchgeführt werden.
# # #
Ivo
Cassani
SRV Webmaster |