Space Shuttle Mission STS-92
Die
Discovery startete am 11. Oktober zur Mission STS-92. An Bord waren Commander Brian Duffy
und Pilot Pamela Melroy, sowie die Missionsspezialisten Leroy Chiao, Bill McArthur, Jeff
Wisoff, Mike Lopez-Alegria und Koichi Wakata. Sie dockten am Mittag des 13. Oktober um12
Uhr 45 CDT an die Internationale Raumstation ISS an und begannen sofort damit, Ausrüstung
und Versorgungsgüter für die erste ständige Besatzung der ISS - die wenige Wochen
später mit einer Sojus-Kapsel ankam - umzuladen.
Am Samstag dem 14. Oktober
verzögerte ein Kurzschschluss die Montage der neun Tonnen schweren Z1-Halterung um zwei
Stunden, bevor sie dann mit dem Manipulatorarm von Wakata korrekt durchgeführt werden
konnte. Das Z1 beinhaltet eine Reihe von Gyroskopen und anderen Instrumenten und dient als
Halterung für die grossen Solarsegel, die im Dezember 2000 geliefert werden.
Am Sonntag dem 15. Oktober machten
McArthur und Chiao einen Weltraumspaziergang von sechseinhalb Stunden, während dem sie
elektrische Kabel am Z1 anschlossen, zwei Kommunikationsantennen zusammensetzten und einen
Werkzeugkasten für spätere Aussenbordarbeiten anbrachten.
Am Montag dem 16. Oktober führten Wisoff
und Lopez-Alegria den zweiten, über siebenstündigen Weltraumspaziergang durch, bei dem
der eineinhalb Tonnen schwere Andockadapter von Pilot Pamela Melroy mithilfe eines
Laptop-Computers perfekt ausgerichtet und angeschlossen wurde. Mit dem Z1 und dem Adapter
zusammen wiegt die ISS nun achtzig Tonnen! Nach dem Weltraumspaziergang führten Commander
Duffy und Pilot Melroy eine Zündung der Steuerdüsen der Station durch, um die Umlaufbahn
zu korrigieren.
Am Dienstag dem 17. Oktober stiegen Chiao
und McArthur ein zweites Mal aus. Der Ausflug dauerte sechsdreiviertel Stunden, und in der
Zeit installierten sie zusätzliche elektrische Komponenten am Z1 für die spätere
Montage der grossen Solarsegel. Ein zweiter Werkzeugkasten wurde angebracht, und nach dem
Ende des Ausfluges fand die zweite Zündung der Stationsdüsen statt.
Beim zweiten Ausstieg von Wisoff und
Lopez-Alegria - dem insgesamt vierten - am Mittwoch des 18. Oktober erprobten die
Astronauten ein kleines Sicherheitsrucksackpaket, mit dem Astronauten in einem Notfall
jederzeit zur Station oder zum Shuttle zurückkehren können. Sie führten beide je einen
fünfzehn Meter weiten Flug mit dem stickstoffgetriebenen SAFER (Simplified Aid For EVA
Rescue) aus. Danach wurden mit dem Manipulatorarm weitere Befestigungsarbeiten
ausgeführt, schliesslich fand die dritte Zündung der Stationsdüsen statt. Eine Übung,
mit der Techniken erprobt werden sollten, wie ein Astronaut in einem Notfall wieder die
Luftschleuse erreichen kann, wurde aus Zeitgründen gestrichen.
Der Donnerstag, der 19. Oktober, stand im
Zeichen von Arbeiten innerhalb der ISS. Die Verbindungen zum Z1 wurden getestet und
Versorgungsgüter verstaut. Mit einem Laptop-Computer wurden die Gyroskope, die die Lage
der Station im Weltraum steuern sollen, getestet. Die Arbeiten dauerten etwas länger als
geplant, wodurch die Trennung der Discovery von der ISS um neunzig Minuten verschoben
wurde.
Am Freitag dem 20. Oktober, um 10 Uhr 08
CDT dockte die Discovery von der ISS ab. Fünfundvierzig Minuten später wurden die
Steuerdüsen gezündet, um den Shuttle auf eine tiefere Umlaufbahn zu bringen, wodurch sie
sich aus der unmittelbaren Nachbarschaft der vergrösserten Station entfernte. Daraufhin
folgte ein halber Tag der Ruhe, in dem sich die Besatzung von den Arbeiten erholen konnte.
Der Samstag, der 21. Oktober, stand im
Zeichen der Vorbereitungen für die Landung, mit denen die Discovery von einem Orbitgerät
in ein Landungsgerät verwandelt werden musste. Die Systeme und Düsen wurden getestet,
und alles bereitete sich vor für die Landung.
Die Wetterverhältnisse verhinderten eine
Landung am Sonntag, dem 22. Oktober und wurde um einen ganzen Tag verschoben. Inzwischen
meldete die Bodenkontrolle der ISS eine perfekte Funktion der neu installierten Systeme.
Leider war das Wetter auch am Montag, dem
23. Oktober, nicht so, dass eine Landung in Cape Canaveral oder Edwards Base möglich
gewesen wäre, wodurch die Landung um einen weiteren Tag verschoben wurde.
Am Dienstag des 24. Oktober schliesslich
gelang eine Bilderbuchlandung bei schönem Wetter in Edwards Base, wo die Discovery um 4
Uhr CDT aufsetzte.
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Ivo
Cassani
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