Space Shuttle Mission
STS-104
Der Start zur Mission STS-104 erfolgte am 12. Juli 2001 mit den Besatzungsmitgliedern Commander Steve Lindsey, Pilot Charlie Hobaugh und den Missionsspezialisten Janet Kavandi, Jim Reilly und Mike Gernhardt. An Bord befand sich ausserdem die neue Luftschleuse Quest für die Internationale Raumstation, was einen neuen Meilenstein im Bau der Raumstation darstellt.
Während des Anflugs auf die Raumstation wurden der Roboterarm des Shuttles sowie die Raumanzüge getestet. Dabei stellte man eine Verunreinigung durch eine weisse Substanz bei der Batterie des Ersatzanzuges fest. Die offenbar defekte Batterie wurde ausgetauscht und der Anzug gereinigt.
Am Freitagabend des 13. Juli dockte die Atlantis an der Raumstation an, und am folgenden Tag fand das Montagemanöver statt. Susan Helms an Bord der Raumstation hob die sechseinhalb Tonnen schwere Luftschleuse mit dem Roboterarm der Raumstation aus dem Laderaum der Atlantis und brachte sie mit einigen Manövern an die gewünschte Position. Die Weltraumspaziergänger Mike Gernhardt und Jim Reilly beobachteten die Aktion von oben und unten. Nach erfolgreichem Anschluss verband Gernhardt Kabel für die Heizung und entfernte eine Isolierabdeckung, Duschkappe genannt, von der Schleuse, und Reilly bereitete Halterungen vier Hochdrucktanks - zwei Sauerstoff, zwei Stickstoff - vor, die später montiert werden sollten. Der Weltraumspaziergang dauerte sechs Stunden. Später öffnete die Stationsbesatzung die Luke zur neuen Luftschleuse, indem ein offizielles Band durchschnitten wurde, das man über die neue Luke geklebt hatte. Noch am selben Abend wurde zudem entschieden, dass der fragliche Raumanzug unbenutzt zur Erde zurückgebracht werden sollte.
Am nächsten Morgen musste ein Leck in einer Kühlleitung behoben werden, bei dem ein halber Liter Wasser verloren ging. Danach konnten Ventile installiert werden, um Quest mit den Umweltsystemen der Station zu verbinden. Wegen der Reparaturzeit der Kühlleitung musste der zweite Weltraumspaziergang verschoben werden. Dafür wurden die Funksysteme der Luftschleuse getestet. Später folgte eine Zündung der Shuttle-Triebwerke, um die Umlaufbahn des Orbitalkomplexes zu erhöhen. In der Zwischenzeit wurden Ausrüstungs- und Versorgungsgüter umgeladen.
Am Morgen des Dienstags wurden die Arbeiten an der offenbar doch immer noch problematischen Kühlleitung vorerst beiseite geschoben und stattdessen die Luftschleuse mit einer Trockenübung durchgetestet. Janet Kavandi von der Atlantis und Jim Voss von der Raumstation gelang es später immer noch nicht, das Leck der Kühlleitung genau zu lokalisieren. Es musste ein Ventil sein, und sie konnten eine zusätzliche Abdeckung anbringen, um weiteren Kühlmittelverlust zu verhindern. Inzwischen wurde beschlossen, die Missionsdauer um einen Tag zu verlängern.
Sechs Arme waren nötig, um die Versorgungstanks an der neuen Luftschleuse zu installieren. Vier der Arme gehörten Gernhardt und Reilly bei ihrem zweiten, sechseinhalbstündigen Weltraumspaziergang, den Roboterarm der Atlantis bediente Janet Kavandi, sein grosser Stationsbruder Canadarm 2 wurde bedient von Susan Helms und Jim Voss. Die Aktion startete mit leichter Verzögerung, da die Hauptkommando- und Kontrollcomputer der Raumstation neu gestartet werden mussten. Die Montage der ersten beiden Tanks gelang so problemlos, dass entschieden wurde, den dritten auch gleich installieren. Danach fand eine erneute Zündung der Triebwerke statt, um den Orbit ein weiteres Mal zu erhöhen.
Am Mittwoch wurde das defekte Ventil mit einem Ventil im Destiny-Labor ausgetauscht, das frühestens November 2003 verwendet worden wäre, wenn der zweite Stationsverbindungsknoten installiert wird. Die Luke, die bei einer früheren Mission an einem Punkt der Station parkiert worden war, wurde inzwischen von Voss, Helms und Kavandi an ihren endgültigen Montageort an der Luftschleuse gebracht. Ein Kontrollcomputer, der während der STS-100-Mission zusammengebrochen war, wurde ausgetauscht und in die Atlantis gebracht, um ihn zu Testzwecken zur Erde zurückzubringen. Danach fand eine weitere Triebwerkszündung zur Orbitalkorrektur statt.
Nach einem Probelauf am Donnerstag, bei dem ein kleines Luftleck entdeckt und behoben worden war, fand sich die Stationsbesatzung in der neuen Luftschleuse zu einem Interview mit russischen und amerikanischen Journalisten zusammen. Danach war es Zeit, nach einer sehr arbeitsintensiven Woche ein wenig Pause zu machen.
Am Freitag, dem 20. Juli, dem 32. Jahrestag der ersten Mondlandung, benutzten Gernhardt und Reilly zum ersten Mal die neue Luftschleuse der Raumstation ISS zu einem vierstündigen Weltraumspaziergang. Die beiden Bauarbeiter des Weltraumzeitalters montierten den vierten Tank an die Luftschleuse und schlossen damit die Installation von Quest ab. Danach bewegten sich die Astronauten hinauf zu den Solarpanels für eine mechanische Inspektion, die jedoch keine Probleme ergab. Die Dekompression der Schleuse hatte allerdings 40 Minuten gedauert statt nur 7. Der Grund für die langsame Reaktion des Dekompressionsventils war zu dem Zeitpunkt noch nicht bekannt.
In der Nacht zum Sonntag dockte die Atlantis wieder von Station ab und flog innerhalb einer Stunde einmal um die Station herum, bevor Vorbereitungsarbeiten und Interviews mit TV-Stationen folgten. Wegen schlechten Wetters musste die Landung am Montagabend abgesagt werden. Sie fand dann einen Tag später statt und bildete die insgesamt 13. Nachtlandung eines Space Shuttles beim Kennedy Space Center.
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Ivo
Cassani
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