STS-102Space Shuttle Mission STS-102

Am Morgen des 8. März startete die Discovery zur dritten Mission zur Internationalen Raumstation ISS in weniger als vier Monaten. An Bord waren Commander Jim Wetherbee, Pilot Jim Kelly mit den Missionsspezialisten Andy Thomas und Paul Richards, sowie den Missionsspezialisten Jurj Usachev, Jim Voss und Susan Helms, die die bestehende Besatzung der Raumstation ablösen sollten.

Der Samstag des 9. März verging mit Bereitstellungsarbeiten für die bevorstehende Ausbaumission, sowie dem Annäherungsmanöver an die Raumstation.

Das Dockingmanöver fand schliesslich am Samstag, dem 10. März statt, verzögerte sich aber um eine Stunde wegen der P6-Solarzellenflügel, die Schwierigkeiten damit hatten, in eine korrekte Position gebracht zu werden, um von den Abgasstrahlen der Manöverdüsen nicht beschädigt zu werden. Nach der Behebung eines kleinen Kommunikationsproblems konnten dann am Nachmittag die Luken geöffnet werden, und Stationscomander Bill Shepherd wurde zusammen mit seinen Stationsspezialisten Jurj Gidzenko und Sergej Krikalev als erstes von seinem Nachfolger, dem neuen Stationscommander Jurj Usachev begrüsst, direkt gefolgt von Commander Wetherbee und den neuen Stationsspezialisten Jim Voss und Susan Helms, sowie den Besuchern Jim Kelly, Andy Thomas und Paul Richards. Die Begrüssung von allen zehn Astronauten im geräumigen Destiny-Modul nahm mehrere Minuten in Anspruch. Danach "zog" Usachev in die Station um, während Gidzenko in die Discovery überwechselte. Etwas später wurden die Luken wieder geschlossen.

Am Sonntag, dem 11. März fand ein Weltraumspaziergang von Susan Helms und Jim Voss statt, in dessen Verlauf die Andock-Druckschleuse 3 von Unity's erdzugewandter Seite auf die Backbordseite ummontiert wurde, um Platz für das neue Leonardo-Modul zu schaffen, dem neuen Vielzweck-Logistikmodul der italienischen Weltraumbehörde. Es wurde auch ein "Lab Cradle Assembly" an die Seite von Destiny montiert, für den Roboterarm, der mit der nächsten Shuttle-Mission folgen sollte. Der Weltraumspaziergang dauerte acht Stunden und sechsundfünfzig Minuten und wurde zum längsten in der Geschichte der Shuttleflüge. Danach tauschten Sergej Krikalev und Jim Voss ihre Plätze in Raumstation und Shuttle.

Am Morgen vom Montag, dem 12. März, wurde das Leonardo-Modul erfolgreich montiert. Es war beladen mit fünf Tonnen Ausrüstung und Experimentiermaterial, das in den nächsten Tagen entladen werden sollte.

Am Vormittag von Dienstag, dem 13. März, führten Paul Richards und Andy Thomas einen sechseinhalbstündigen Weltraumspaziergang durch. Dabei installierten sie eine Ersatzteilplattform und montierten eine Ammoniak-Kühlpumpe daran. Sie vervollständigten auch Verkablungsarbeiten, die Jim Voss und Susan Helms bei ihrem Ausstieg begonnen hatten. Die Kabel sollen dereinst die Stromversorgung für den kanadischen Roboterarm sicherstellen. Während sie noch weitere, kleinere Arbeiten durchführten, absolvierten Jurj Gidzenko und Sergej Krikalev im Shuttle ein Übungsprogramm, um ihre Körper nach über vier Monaten im Weltraum wieder auf die Rückkehr zur Erde vorzubereiten. In der Zwischenzeit entluden Bill Shepherd, Jurj Usachev und Bill Voss weiter das Leonardo-Modul, unter anderem das erste Forschungsrack, das noch am selben Abend in Destiny eingebaut wurde.

Am Mittwoch, dem 14. März, wechselte auch Susan Helms in die Raumstation über, was den Wechsel der Besatzung abschloss. In ihrem Sokol-Raumanzug führte sie ein Interview mit drei Portland-TV-Stationen. Alle sieben Forschungsracks waren inzwischen in Destiny montiert; Elektronik, Kommunikationsgeräte, Experimente und medizinische Ausrüstung. Commander Jim Wetherbee führte auch zwei Tests zur Lagesteuerung mit den Manöverdüsen durch und programmierte den Autopiloten für eine zweite Zündung in der Nacht, um die Umlaufbahn der Station um achteinhalb Meilen zu erhöhen.

Am Donnerstag, dem 15. März, wurde eine Kontrollstation für den zwanzig Meter langen Roboterarm installiert. Das Leonardo-Modul war inzwischen komplett entladen und wurde nun mit nicht mehr benötigter Ausrüstung und Gepäck für die Rückkehr zur Erde beladen. Daneben fanden weitere Interviews statt, und es gab etwas Freizeit.

Während der Freitag, der 16. März, mit Vorbereitungsarbeiten für die bevorstehende Rückkehr der Discovery zur Erde verging, war am Samstag, dem 17. März, ein Kühlungsproblem im Computersystem des Shuttles zu beheben. Dies geschah indem die zwei der vier Kontrollcomputer vorübergehend aus- und wieder eingeschaltet wurden.

Am Abend von Sonntag, dem 18. März, wurde die Luke zwischen Discovery und der Raumstation wieder geschlossen, und am Montag, dem 19. März dockte der Shuttle ab. Der Dienstag, der 20. März verging in Vorbereitungen für die Landung, die dann am Mittwoch, dem 21. März in Cape Canaveral stattfand und die erste Besatzung der Internationalen Raumstation wohlbehalten zur Erde zurückbrachte.

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Ivo Cassani
SRV Webmaster