VENUS — SCHWESTERPLANET DER ERDE

Fred Richter

Sie ist uns so nah — und doch wissen wir viel zu wenig von ihr. Die Venus, der Schwesterplanet der Erde, verbirgt so manches wissenschaftliche Geheimnis in und unter ihrer dichten Atmosphäre.

Venus Falschfarbenbild, Bild: NASAVon der Sonne aus gesehen ist die Venus der zweite Planet und gleichzeitig der nächste Planet zur Erde. Nach Sonne und Mond ist sie der hellste Himmelskörper, denn auf Grund ihrer Sonnennähe und der stets geschlossenen Wolkendecke ist der Anteil an reflektiertem Sonnenlicht besonders hoch. Bis zu vier Stunden vor Sonnenaufgang bzw. nach Sonnenuntergang kann man den Planeten oft schon mit Beginn der Dämmerung sehr gut beobachten — worauf die volkstümlichen Namen Morgen- bzw. Abendstern zurückzuführen sind. Mit einem Durchmesser von 12'100 Kilometern ist der Planet fast genau so gross wie die Erde.

Die Zusammensetzung der Venusatmosphäre hat sich über viereinhalb Milliarden Jahre kaum verändert und spiegelt somit einen Zustand aus der Frühzeit der Planetenentwicklung wider. Die enthält 96,5 Prozent Kohlendioxid (CO2) und nur zu 3,5 Prozent Stickstoff (N2). Weiterhin findet man höhenabhängig u.a. Schwefeldioxid (SO2), Wasser (H2O) und damit auch Schwefelsäure (H2SO4). Kohlen- und Schwefeldioxid sowie auch etwas Wasser in der hohen Atmosphäre sind für den Treibhauseffekt auf der Venus verantwortlich. Obgleich 80 Prozent des einfallenden Sonnenlichtes von den Wolken reflektiert werden, reichen 20 Prozent aus, um den Planeten auf Grund eines intensiven Treibhauseffektes aufzuheizen. Wie man am Beispiel der Venus deutlich ablesen kann, hätte ein ähnlich starker Treibhauseffekt für die Biomasse auf der Erde langfristig verheerende Folgen.