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DER MARS IM VISIER DER EUROPÄISCHEN RAUMFORSCHUNG
Beeindruckende Bilder vom Roten Planeten
Dr. Ralf Jaumann
Dipl. Geologe Ulrich Köhler
Fred Richter
Der Mars Express ist eine europäische
Erfolgsstory: Bereits vier Monate nach dem Erreichen des Roten Planeten
konnte eine überaus positive Bilanz gezogen werden. Insbesondere
die Aufnahmen der deutschen Stereokamera (HRSC) — High Resolution Stereo
Camera
— und die daraus zu erstellenden Karten sind die Voraussetzung für
zukünftige Landungen auf dem Roten Planeten.
Die
planmässige Änderung der zunächst äquatorialen
Umlaufbahn in einen elliptischen Orbit meisterte die europäische
Weltraumagentur ESA mit ihrem Bodenkontrollsystem ESOC in Darmstadt bravourös.
Auch die ersten Experimente verliefen zur vollen Zufriedenheit der beteiligten
Wissenschaftler. Sie lieferten von Anfang an zuverlässige Daten,
deren Auswertung bereits erste bedeutsame Forschungsergebnisse erbrachten.
Eines von sieben Instrumenten an Bord ist die hoch auflösende Stereokamera:
das 19.6 kg schwere Instrument wurde vom Deutschen Zentrum für Luft-
und Raumfahrt (DLR) entwickelt und gemeinsam mit Industriepartnern wie
EADS
Astrium, Levicki Electronics und Jena Optronik gebaut. Die Gesamtleitung
derHRSC-Experimente auf dem Mars Express hat der Principal Investigator
Professor Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin. Während
der zunächst auf zwei Erdenjahre (das entspricht einem Marsjahr)
ausgelegten, vermutlich aber um zwei weitere Jahre verlängerbaren
Mission wird die Kamera vom DLR-Institut für Planetenforschung in
Berlin-Adlershof betrieben und geleitet. Dort findet auch die Aufbereitung
der Rohdaten zu wissenschaftlich verwertbaren Bilderzeugnissen statt.
Von
ihrem ersten Einsatz am 9. Januar 2004 bis kurz vor dem Ende der so genannten "Commissioning Phase" Ende April fotografierte
die HRSC bereits über sieben Millionen Quadratkilometer unseres
Nachbarplaneten in einer Auflösung von zehn bis zwanzig Meter pro
Bildpunkt (Pixel) und dies in Farbe und in drei Dimensionen. Das entspricht
zwei Dritteln der kontinentalen Fläche Europas. Die komplette Kartierung
des Mars in grosser Schärfe und in "3D" stellt die Hauptaufgabe
in den von einem 45-köpfigen Wissenschaftsteam aus elf Ländern
formulierten Zielen für dieses in der Planetenforschung bislang
einmaligen Kameraexperiments dar.
Das "All-in-One"-Prinzip
Möglich wird dies durch die aussergewöhnliche Funktionsweise
der Kamera. Statt wie in handelsüblichen digitalen Kameras oder
auch in den bisher in den Satelliten zum Einsatz gekommenen Aufnahmegeräten
registriert die HRSC das von der Oberfläche reflektierte Licht nicht
auf einen Flächensensor sondern in einer quer zur Flugrichtung angeordneten,
wenige Zentimeter langen Linie aus 5'184 lichtempfindlichen Halbleiterelementen.
Dies ermöglicht die kontinuierliche und gleichzeitige Abtastung
der Marsoberfläche mit mehreren Sensoren.
Das Aufnahmeprinzip gleicht
also einem Staubsauger, der durch die Vorwärtsbewegung
die Lichtsignale in Flugrichtung "aufsammelt". Dabei ist die
Kamera so konstruiert, dass durch ein und dasselbe Objektiv von 175 mm
Brennweite gleichzeitig neun dieser quer zur Flugrichtung angeordneten
und 5’184 Pixel breiten Sensoren "belichtet" und sofort ausgelesen
werden können. Dieses Vorhaben stellt extreme Anforderungen an die
Geschwindigkeit der Kameraelektronik, die alle zwei Millisekunden einen
Bildstreifen belichten und auslesen muss.
Wegen der limitierten Möglichkeit der Datenübertragung werden
die Aufnahmen zudem in der Kamera sofort in Echtzeit komprimiert. Damit
wird verhindert, dass der Massenspeicher an Bord mit den umfangreichen
HRSC-Daten überläuft. Schliesslich muss anderen, synchron ausgeführten
Experimenten ebenfalls Speicherplatz eingeräumt werden. Dadurch
wird auch sichergestellt, dass während der manchmal nur kurzen Übertragungszeit
bis zur nächsten Aufnahme alle Daten auf die Erde gelangen. Maximal
vier Gigabit stehen auf Mars Express für die HRSC zur Verfügung,
ein Datenvolumen, das beispielsweise die komprimierte Aufnahmesequenz
eines 5’184 Pixel breiten und mehrere hunderttausend langen Bildstreifens
in allen neun Kanälen beinhaltet.
Von Sizilien zum Nordkap
Jedes dieser simultan aufgenommenen Bilder hat bei einer fixen Breite
von 5’184 Pixel also eine (fast) beliebige Länge, in der Regel sind
dies in Flugrichtung zwischen 50’000 und 400’000 Pixel. In eine verständliche
Bildgrösse übersetzt bedeutet dies, dass im Perizentrum (dem
Punkt grösster Marsannäherung, aus ca. 265 km Höhe) die
HRSC-Streifen bei zehn bis zwölf Meter Auflösung pro Pixel
etwa 52 bis 62 Kilometer breit und bis zu mehreren tausend Kilometer
lang sein können. Das ist ein Bildstreifen mit einer Auflösung
und Abdeckung, die auf der Erde jedes Familienhäuschen zwischen
Sizilien und dem Nordkap registrieren würde. Da das Raumschiff vor
und nach dem Periapsisdurchgang wieder an Höhe über Grund gewinnt,
nimmt dort die Auflösung geringfügig ab.
Der Clou ist jedoch das
simultane Abtasten der vom Raumschiff überflogenen
Landschaft unter verschiedenen Betrachtungswinkeln. Die HRSC-Kamera blickt
senkrecht nach unten, gleichzeitig aber auch jeweils unter zwei steileren
bzw. wenig steileren Winkeln schräg nach vorn und schräg nach
hinten. Dies ermöglicht es der Kamera "dreidimensional" zu
sehen. Aus der im Computer generierten Kombination dieser fünf Blickrichtungen
zeichnet die HRSC die Topographie sowohl flacher, konturarmer Ebenen
als auch von strukturiertem Gelände bis hin zu steilen Berghängen
und tief eingeschnittenen Schluchten auf. Darüber hinaus lassen
sich durch die Analyse des "fotometrischen" Verhaltens der
unter verschiedenen Winkeln aufgenommenen Bildsignale strukturelle Eigenschaften
der Oberfläche erfassen, wie beispielsweise die Rauigkeit oder Korngrösse
des Regoliths, also des vorwiegend aus Staub und Sand bestehenden Marsbodens.
Schliesslich sind vier weitere schräg auf dem Mars blickende Kanäle
mit engbandigen Farbfiltern belegt, die Bilder des Mars in Farbe liefern.
Damit kann in hoher Auflösung eine Abgrenzung unterschiedlicher
Oberflächenmaterialien erfolgen.
Neun Sensoren und ein Superkanal
Während der Mission muss davon ausgegangen werden, dass der Mars
Express nur ein einziges Mal in niedriger Höhe über einen bestimmtem
Punkt auf der Oberfläche fliegt. Mit Beginn der systematischen Kartierphase
im Juni 2004 flog die ESA mit dem Orbiter einen so genannten "11:4-Orbit",
was bedeutet, dass der Mars Express den Planeten in vier Tagen elf Mal
und nach elf Orbits wieder — geringfügig nach Westen versetzt — über
dieselbe Region flog. Dieser Orbit mit seinem leichten "Versatz" der
Flugbahn wurde von der ESA ganz bewusst so gewählt, dass nahe der
Periapsis, wenn die höchste Bildauflösung erreicht werden kann,
die HRSC-Bildstreifen mit einer leichten Überlappung (für die
Erstellung von flächendeckenden Bildmosaiken) aufgenommen werden
können. Die Periapsis wanderte zudem im Laufe der Mission vom Äquator
bis fast zum Südpol (Juni 2004). Dann kehrte der Punkt grösster
Marsannäherung um und wird sich im März 2015 nahe dem Nordpol
befinden, und so weiter.
Daher muss die Kamera in der Lage sein, alle wichtigen
Informationen — hohe Auflösung, Farbe, Stereo, Fotometrie — gleichzeitig zu erfassen.
Die HRSC ist die erste Kamera, die all dies simultan zu leisten im Stande
ist. Um auch noch kleinste Details auf dem Mars zu erkennen, hat die
Kamera zusätzlich zu den neun HRSC-Kanälen eine "Lupe",
ein Teleskop von 975 Millimeter Brennweite. Dieser "Super Resolution
Channel" (SRC) kann auf einem 1’000 x 1’000 Pixel grossen Flächensensor
entlang der Bodenspur der Kamera, also eingebettet in der geometrischen
Mitte der HRSC-Streifen, superscharfe "Briefmarkenbilder" aufnehmen,
deren Auflösung noch einmal um einen Faktor Fünf besser ist
als die des HRSC-Nadirkanals. In Periapsis können mit dem SRC Geländemerkmale
von zwei Meter Grösse, also beispielsweise ein in den Hang herabgerollter
Steinbrocken und seine Spur erfasst werden. Insgesamt ist die Kamera
im Hinblick auf die systematische Kartierung des Mars ein ideales Instrument,
das gleich mehrere Lücken in der Fernerkundung zur Erforschung des
gegenwärtig sehr intensiv untersuchten Planeten schliessen kann.
Zwar wurde der Mars bereits von den beiden Viking-Missionen 1976 flächendeckend
kartiert, doch das HRSC liefert in globaler Abdeckung eine sieben- bis
zwölffach bessere Auflösung. Auch können die gegenwärtig
im Marsorbit operierenden Missionen Mars Odyssey und Global Surveyor
zwar kleinere Details erkennen, diese aber nicht im regionalen Kontext
erstellen. Und nicht zuletzt wurde vom Laser-Altimeter an Bord von Surveyor
zwar ein ausgezeichnetes Höhenmodell des Mars erstellt, doch ist
die Topographie dort zum einen nicht in Bilddaten eingebunden und zum
anderen — trotz grosser vertikaler Genauigkeit — von nicht ausreichender
Präzision.
Es gab also überzeugende Gründe, diese aussergewöhnliche
Kamera zu bauen und mit ihr zum Mars zu fliegen. Vorläufer der HRSC-Entwicklung
waren u.a. zwei Zeilenscanner aus den 80er Jahren, deren Geschichte eng
mit dem DLR verknüpft ist; zum einen der MOMS (Modular Optoelectronic
Multispectral Scanner) und zum anderen der MEOSS (Monocular Electro-Optical
Stereo Scanner), die beide allerdings noch erheblich schwerer waren.
Die aktuelle Mission Mars Express hat ihren Ursprung im Fehlschlag der
mit umfangreicher westeuropäischer Instrumentierung bestückten
russischen Mission Mars 96, die wenige Stunden nach dem Start am 16.
November wegen einer Fehlfunktion der Raketen-Oberstufe in den Pazifik
stürzte. Insbesondere das Vorhandensein von Ersatzmodellen für
die Kamera HRSC und das französische Spektrometer OMEGA liess in
der ESA die Entscheidung zugunsten von Mars Erpress reifen.
Wassereis und Methan
Grosse Fortschritte erhofft sich die ESA, die den Mars Express betreibt,
auch von den anderen Instrumenten auf der Mission. Hier sorgte das Spektrometer
OMEGA (Observatoire pour Mineralogie, l'Eau, la Glace et l'Activité)
für die erste grosse Überraschung. OMEGA ist das erste Instrument
in der Geschichte der Marsforschung, das direkt und mit Sicherheit die
Existenz und eine flächenhafte Verbreitung von Wasser in gefrorener
Form auf der Oberfläche des Planeten nachweisen konnte. Gestützt
wurde diese Entdeckung durch die Auswertung der Beobachtungen zweier
weiterer Spektrometer, nämlich des italienischen PFS (Planetary
Fourier Spektrometer), eines neuartigen hoch auflösenden Instruments
von bisher nicht erreichter Genauigkeit, sowie des französischem
SPICAM (Spectrocopy for the Investigation of the Characteristics of the
Atmosphere of Mars), eines sehr leichten Ultraviolett-Infrarot-Messgeräts,
dessen Hauptaugenmerk auf der Erforschung der Atmosphäre und Ionosphäre
liegt. In den gemessenen Spektren von PFS und SPICAM konnten Wassersignaturen
(Eis und Wasser) identifiziert werden.
Einer kleinen Sensation gleich kam
die Entdeckung von Methanspuren in der Marsatmosphäre durch das
PFS, die ausserdem von zwei anderen Beobachtungen gestützt wird.
Methan, das relativ rasch mit anderen Molekülen der Marsatmosphäre
reagiert und zerfällt, könnte
auf dem Mars entweder vulkanischen oder geothermalen Ursprungs sein,
was bedeuten würde, dass in geologisch jüngerer Vergangenheit
der Vulkanismus auf dem Mars noch aktiv war. Oder es könnte aus
den flüchtigen Bestandteilen der Kometen herrühren, die vor
nicht allzu langer Zeit mit dem Mars kollidierten. Methan ist aber auch
ein Stoffwechselprodukt von Mikroben — auf dem Mars sicherlich die sehr
viel unwahrscheinlichere Variante.
Die Suche nach Wasser
Neben der flächendeckenden, hoch auflösenden und dreidimensionalen
Kartierung der Marsoberfläche steht auch bei der HRSC-Kamera wie
bei allen gegenwärtigen Marsmissionen die Suche nach den Spuren
von Wasser im Vordergrund. Mit hinreichender Sicherheit lässt sich
heute sagen, dass Wasser auf dem Mars eine bedeutende Rolle gespielt
hat und Wasser — oder auch Wassereis, also Gletscher — eine der treibenden
Kräfte gewaltiger Erosionsprozesse gewesen sein muss. Anders lassen
sich verzweigte Tälernetzwerke, tief eingeschnittene Canyons oder
stromlinienförmige "Inseln" inmitten von aberodierten
Tiefebenen kaum interpretieren.
Die Frage lautet: geschah dies nur in der
früheren, also Milliarden
von Jahren zurückliegender Marsgeschichte oder auch in den letzten "paar
hundert" Millionen Jahren, vielleicht sogar noch in geologisch jüngster
Vergangenheit? Vor allem: wohin ist das Wasser, das anscheinend in bedeutender
Menge vorhanden gewesen ist, verschwunden? Ist es durch Sublimation ins
Weltall entwichen oder in den porösen Untergrund versickert und
dann gefroren, wo es heute noch als "Permafrost" auf seine
Entdeckung wartet? Dieser Frage soll vor allem das italienisch-amerikanische
Tiefen-Radar MARSIS (Mars Advanced Radar for Subsurface and Ionospheric
Sounding) nachgehen, dessen lange Antennen am Ende der Commissioning
Phase Ende April 2004 aus dem Orbiter ausgefahren wurden.
Die HRSC-Kamera
kann aus dem Marsorbit Wasser natürlich kaum direkt
entdecken, da nicht mit Flüssen oder stehenden Gewässern zu
rechnen ist, die gross genug sind, um bei der benötigten Auflösung
der Kamera vom Sensor erfasst zu werden. Aber HRSC soll aufzeichnen,
welche Spuren das Wasser in der Marsgeschichte hinterlassen hat, sei
es durch Verwitterung oder durch Transport und Ablagerung von Sedimenten.
Die Auswertung der Statistiken von Impaktkrater-Häufigkeiten auf
einzelnen geologischen Einheiten macht es möglich, die zu untersuchende
Fläche ziemlich genau einzugrenzen.
So helfen die HRSC-Daten den Forschern,
ein präziseres Bild der
geologischen Abläufe in Raum und Zeit zu bekommen. Die Stereo- und
Farbfähigkeit der Kamera erhöht hierbei die Interpretationsmöglichkeiten
signifikant. Beispielsweise können Erosionsraten oder die Volumina
von der aus einem Vulkan den Hang herabgeflossenen Lava akkurat bestimmt
werden. Auch die Modellierung von geologischen Prozessen, wie etwa das
Fliessen von Wasser-, Eis- oder Lavaströmen, ist jetzt realisierbar.
Vor dem Mars Express war dieses wegen dem Fehlen von Geländeprofilen,
die in Bilddaten eingebettet sind, nicht möglich.
Fragen über Fragen
Grosses Augenmerk wird auch der Untersuchung tektonischer und vulkanischer
Aktivitäten auf unserem Nachbarplaneten gewidmet. So deuten die
ersten Beobachtungen der riesigen Schildvulkane Olympus Mons sowie zwei
der drei grossen Tharsis-Vulkane darauf hin, dass der Vulkanismus auf
dem Mars möglicherweise doch bis in viel jüngere Zeiten aktiv
war, als bislang angenommen — vielleicht waren die Vulkane bis vor nur
einhundert Millionen Jahren aktiv. Das ist interessant, weil die Frage
im Raum steht, wie denn möglicherweise im Untergrund gespeichertes
Permafrostwasser in so kurzer Zeit mobilisiert werden konnte, um die
manchmal wahrscheinlich schockartig gebildeten Entwässerungssysteme
entstehen zu lassen.
Die Erhöhung vulkanischer Aktivität zu bestimmten Perioden
könnte eine für diesen Prozess denkbare Wärmequelle darstellen.
Ist es denkbar, dass die Wärme eines noch nicht endgültig erloschenen
Vulkans die Permafrost-Eismassen in geologisch junger Vergangenheit mobilisiert
hat? Ist noch mehr Wasser in der Umgebung der Vulkane als Permafrost
gebunden, und könnte es jederzeit durch eine Anhebung der Temperatur
in der Marskruste erneut geschmolzen und zum Austritt gebracht werden?
Sind
solche Perioden, in denen Wasser auf der Marsoberfläche fliesst,
von kurzer Zeit? Dauerten sie etwa in der Vergangenheit lange genug an,
um die Entwicklung von primitiven Lebensformen zu begünstigen? Fragen über
Fragen, denen der Mars Express und insbesondere die HRSC-Kamera intensiv
nachgehen soll.
Das HRSC-Team erstellte eine Liste von über 1.500 wissenschaftlich
bedeutenden Zielen, die im Laufe der Mission von der Kamera in möglichst
hoher Auflösung angepeilt werden sollen. Zu bestimmten günstigen
Gelegenheiten könnten sogar die beiden Marsmonde Phobos und Deimos
aus kurzer Distanz aufgenommen werden. Mit den Bilddaten sollen aber
auch bestimmte Charakteristika und dynamische Phänomene der Marsatmospäre
untersucht werden.
Um möglichst viele Fragen beantworten zu können, soll die
HRSC-Kamera die Hälfte des Mars in einer Auflösung von zehn
bis zwanzig Metern pro Bildpunkt kartieren. Mit dem der Kamera angebauten
Super Resolution Channel (SRC) könnten zwei bis drei Prozent der
Oberfläche — das entspräche einer Fläche grösser
als die der Europäischen Union — in einer Genauigkeit von zwei bis
fünf Metern Auflösung hinzukommen.
Sollte die Mission volle vier
Jahre andauern, würde der gesamte
Mars in einer Auflösung von 10 bis 20 Metern/Pixel in Stereo und
Farbe kartiert sein. Am Ende der Mission könnte unser Nachbarplanet,
dessen Fläche von 145 Millionen Quadratkilometern fast allen irdischen
Kontinente entspricht, topografisch besser kartiert sein als unsere Erde.
Autoren:
Dr. Ralf Jaumann leitet die Abteilung Planetengeologie am DLR-Institut
für Planetenforschung in Berlin und ist HRSC Experiment-Manager,
ausserdem Co-Investigator im HRSC Science Team.
Diplom-Geologe Ulrich Köhler ist Associate im HRSC Science Team
und koordiniert die Public Outreach-Aktivitäten im HRSC Experiment
Team.
Fred Richter ist freier Wissenschaftsjournalist in Kriens und Mitglied
der Schweizerischen Raumfahrt-Vereinigung
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