Sojus-Start mit ESA-Nutzlast gescheitert
Gestern abend (15. Oktober) um 20.20 Uhr MESZ ist eine russische
Sojus-Trägerrakete rund 20 Sekunden nach ihrem Start vom russischen
Kosmodrom Plessezk explodiert. Die Sojus sollte die unbemannte
Forschungskapsel Foton M?1 der Foton/Bion-Familie mit 44 von der ESA
geförderten Experimenten ins All hieven. Diese Experimente* erstreckten
sich über eine breite Palette wissenschaftlicher Disziplinen, die von der
Fluidphysik und Biologie über Kristallwachstum und Strahlungsdosimetrie
bis zur Exobiologie reichte. Der Beitrag der ESA zur Nutzlast der
Forschungskapsel umfaßte die Einrichtung für Fluidphysik (FluidPac) mit
vier Experimenten, die Einrichtung Biopan mit insgesamt neun Experimenten,
die verbesserte Teleforschungs-Unterstützungseinheit, die sowohl FluidPac
als auch den deutschen AGAT-Ofen bedienen sollte, sechs autonome
Experimente (wovon drei von Studenten entwickelt wurden), die neuesten
Versuche zur Simulation von Meteoriten (Stone) und das Experiment zum
"Soret-Koeffizienten in Rohöl". Frankreichs Inkubator für
biologische Experimente (IBIS), Deutschlands AGAT-Ofen, Rußlands
Polizon-Ofen und fünf russische Experimente (Biokont, Komparus, Mirage-M,
Sinus-16 und Chistata) ergänzten die 650 kg schwere Gesamtnutzlast.
Ersten Meldungen zufolge sind nach diesem Fehlstart Opfer zu beklagen;
jedoch kann bestätigt werden, daß alle Fachleute der ESA, der
französischen Raumfahrtagentur (CNES) und des Deutschen Zentrums für
Luft- und Raumfahrt (DLR), die an der Vorbereitung des Satelliten in
Plessezk beteiligt waren, wohlauf sind. In Kürze soll eine staatliche
Untersuchungskommission unter der Leitung von Verantwortlichen der
russischen Raumfahrt gebildet werden, um die Ursachen des Unfalls zu
ermitteln.
Die Experimente wurden in Belgien, China, Deutschland, Frankreich, Italien,
Kanada, den Niederlanden, Österreich, Rußland, der Schweiz, Spanien und
dem Vereinigten Königreich entwickelt.
Nähere Auskunft erteilt:
Dieter Isakeit
ESA-Direktion für Bemannte Raumfahrt und Schwerelosigkeitsforschung
Tel.: +31 (0)71 565 54 51
Fax: +31 (0)71 565 36 61
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