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NEUE MISSION FüR ASTRONAUT NICOLLIER XAVIER DORMOND
Kein Flug dieses Jahr Der Astronaut widerspricht dem Artikel des LeMatin vom Montag. »Der Weltraum ist nicht vorbei für mich«, versichert er. Sicher, der Waadtländer wird dieses Jahr nicht fliegen. »Mit dem Entscheid, mich 2002 nicht fliegen zu lassen, hat die ESA einfach eine andere Priorität gesetzt: Christer Fuglesang fliegen zu lassen, einen schwedischen Astronauten, der seit 1992 darauf wartet, dass er an der Reihe ist. Das steht ihm wirklich zu. Aber niemand in der ESA hat mir zu verstehen gegeben, dass ich meine Aktivitäten als Astronaut einstellen werde«, erklärt er. Was nun das politische Phänomen betrifft, von dem Claude Nicollier im Interview mit LeMatin gesprochen hat, so wurde es gefolgert aus der Formel, die die ESA für die Auswahl der Kandidaten für das europäische Astronautenkorps angenommen hat und die vor einigen Jahren in Kraft getreten ist. Dieser Auswahlmodus teilt jenen Ländern, die die grössten finanziellen Beiträge am Budget der ESA leisten, - Frankreich, Italien und Deutschland - 3/4 der Plätze zu, wodurch der letzte Platz den zwölf anderen Mitgliedsländern übrig bleibt. »Es ist nichts Unrechtes an dieser Prozedur, und die Idee, das negativ zu finden, liegt mir fern! Diese Aufteilung ist übrigens das Resultat der Integration der nationalen Astronautenteams von Frankreich, Deutschland und Italien in das Astronautenkorps der ESA 1999, was unsere Gruppe auf positive Art verstärkt hat. Diese Aufteilung muss in Zukunft übrigens nicht beibehalten werden. Die nächsten Auswahlverfahren werden wie die vorherigen auf der Kompetenz der Kandidatinnen und Kandidaten basieren, was allen Bewerberinnen und Bewerbern, inklusive jener der kleinen europäischen Staaten, gerechte Chancen geben wird«, präzisiert Claude Nicollier. Mehr Astronauten Peter Creola, Chef des Büros für Weltraumangelegenheiten in Bern und Vertreter
der Schweiz bei der ESA, hat keine Zweifel:»Wenn Claude Nicollier dieses
Jahr nicht fliegt, dann weil die ESA ihn für die wichtigen Arbeiten
freihalten kann, die ihm im aktiven Astronautenkader der NASA vor der
Erteilung einer neuen Mission anvertraut worden sind«, erklärt er. »Das
bedeutet also nicht, dass er nicht mehr fliegt. Im Gegenteil, er hat grosse
Chancen - und das hoffe ich lebhaft - an einer neuen Mission teilnehmen zu
können.« Und hinzugefügt:»Die ESA hat eine zu kurzsichtige
Finanzpolitik, und sie unterschätzt die Wichtigkeit regelmässiger Flüge.
Wir müssen mehr machen, aber wir stellen nicht genug Geld zur Verfügung,
um unsere Astronauten fliegen zu lassen. Das Europa des Weltraums braucht
ein robustes Astronautenkorps, das mindestens einen Repräsentanten von
jedem Mitgliedsland umfasst. Zur Stunde ist das nicht der Fall ... aber das
wird kommen!« (Übersetzung: Ivo
Cassani) |