| Nasa Budget 2001 |
Sachstand der Diskussion im US-Kongreß
Der Prozeß der Budgetzuteilung für den NASA-Haushalt 2001 ist im Kongreß noch nicht abgeschlossen, aber es gibt wesentliche Fortschritte. Das Repräsentantenhaus des US-Kongresses hat am 12. September erstmals seit 1992 einen "NASA Authorisation Act" verabschiedet. In den vergangenen Jahren hat die NASA ausschliesslich unter den Vorgaben des Haushaltsausschusses operiert. Der "NASA Authorisation Act" ist inhaltlich konkreter und für NASA verbindlich. Die wichtigsten Punkte daraus sind:
Für die Entwicklungskosten der Internationalen Raumstation wurde eine Obergrenze der Gesamtkosten auf $25 Mrd. sowie eine Obergrenze für die Kosten der Space Shuttle-Flüge zur Station auf $17 Mrd. festgelegt.
Für ungeplante Kostenüberschreitungen bei der Raumstation wurde eine Reserve von $5 Mrd. für die Station und von $3,5 Mrd. für Shuttle-Flüge erlaubt.
NASA muß eine "Non-Government Organization (NGO)" gründen, die sowohl die wissenschaftliche wie auch die kommerzielle Nutzung der Raumstation in der Betriebsphase managen soll.
NASA wird bestärkt, die Nutzungsrechte der Raumstation für internationale Partner zu beschränken, wenn diese willentlich ihren Verpflichtungen im Raumstationsprogramm nicht nachkommen.
Für die zweite Generation wiederverwendbarer Raumtransportsysteme sollen zusätzliche $290 Mio. für 2001 und $610 Mio. für 2002 zur Verfügung gestellt werden (über die endgültige Mittelzuteilung entscheidet der Haushaltsausschuß).
NASA soll eine Studie durchführen, mit der die Bereitschaft der wisschenschaftlichen Gemeinschaft zur Nutzung der Raumstation für Life-Science und Microgravitation eingeschätzt werden kann.
NASA wird verpflichtet, bei zukünftigen Ausgaben über $150 Mio. eine unabhängige Kostenanalyse durchführen zu lassen.
Für 2001 wird ein Gesamtbudget von $14,184 im "NASA Authorisation Act" des Repräsentantenhauses vorgeschlagen, was $150 Mio. über dem beantragten Budget des Präsidenten liegt. (über die endgültige Mittelzuteilung entscheidet der Haushaltsausschuß)
Die endgültige Entscheidung über die Mittel wird von den Haushaltsausschüssen des Repräsentantenhauses und des Senats auf der Basis der Empfehlungen der Fachausschüsse getätigt. Bei Abweichungen bei den Beschlüssen wird in einer gemeinsamen Konferenz beider Haushaltsausschüsse ein Entschluß gefasst.
Der Haushaltsausschuß des Repräsentantenhauses hatte am 7. Juni ein NASA Budget in Höhe von $13,7 Mrd. beschlossen, $321 Mio. weniger war als vom Präsidenten beantragt. Hier wurden insbesondere die beantragten Mittel für die "Space Launch Initiative" in Höhe von $290 Mio. und für das neue Programm "Living with a Star" in Höhe von $20 Mio. gestrichen.
Der Haushaltsausschuß des Senats hat am 13.9. ein Gesamtbudget für NASA in Höhe von $13,844 Mrd. beschlossen. Dies wäre $190 Mio. weniger als beantragt, aber $243 Mio. (ca. 1,8%) mehr als das Budget 2000. Sowohl die "Space Launch Initiative" sowie das Programm "Living with a Star" wurden wieder etabliert. Der Senat hat im Bereich Weltraumwissenschaften ca. $300 Mio. sogenannte "Earmarks" festgelegt. Dies sind Sonderausgaben für Universitätsprogramme, Museen etc., die auf lokalen politischen Interessen der Abgeordneten basieren und für NASA verbindlich sind. Da die "Earmarks" vom Repräsentantenhaus bisher noch nicht vorgelegt wurden, kann mit einer weiteren Bindung des Budgets gerechnet werden. Im Bereich der Weltraumwissenschaften der NASA wird die Entwicklung der "Earmarks" mit großer Sorge verfolgt, da die Kosten der planetaren Missionen in der Zukunft steigen wird. Nach der Diskussion um die Philosophie "Faster, Better, Cheaper" im Zusammenhang mit dem Verlust zweier Marsmissionen im letzten Jahr, ist der Anspruch an Systemtests und an vernünftige Planung der Projektmittel (mit Reserven) deutlich gestiegen, was ein Anstieg der Kosten mit sich bringt. Dies steht geringeren verfügbaren Mitteln gegenüber. Ggf. ist mit der Streichung einer Mission (Pluto oder Europa) zu rechnen, wenn zusätzliche "Earmarks" beschlossen werden.
Aufgrund der unterschiedlichen Beschlüsse im Repräsentantenhaus und im Senat wird eine gemeinsame Konferenz stattfinden, die bisher nicht terminlich festgelegt wurde. Die endgültige Verabschiedung des NASA Budgets 2001 wird nicht vor Oktober erwartet.
Detaillierte Informationen:
Der "NASA Authorisation Act" kann eingesehen werden unter: <http://www.house.gov/science/106thpress/106-155.htm
Die Gesetzesvorlage, die vom Haushaltsausschuß verabschiedet wurde kann eingesehen werden unter: http://frwebgate.access.gpo.gov/cgi-bin/getdoc.cgi?dbname=106_cong_reports&docid=f:sr410.106.pdf
Der aktuelle Sachstand der NASA Haushaltsfragen kann eingesehen werden unter: http://www.aas.org/policy/FY2001Budget.html
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Ralf Huber
Head of DLR Washington Office
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